Portfoliotheorie von Markowitz
Die Portfoliotheorie des Nobelpreisträgers kommt durch die Krise in Verruf. Bei allgemein fallenden Märkten nütze auch breite Streuung nichts, so der Vorwurf. Doch es gibt gute Strategieindexfonds - die Baisse hat die Spreu vom Weizen getrennt.
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Mar
Harry Markowitz ist 81. Und durfte in den letzten Jahren noch einiges erleben. Zunächst jubelten Analysten über seine 1990 mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Portfoliotheorie. Demnach können Investoren durch optimale Mischung von Wertpapieren das Verhältnis von Rendite und Risiko in einem Depot optimieren. Entscheidend dafür sind die Korrelationen ̶ bewegen sich zwei Wertpapiere in einem Depot unabhängig voneinander, verbessert sich das Verhältnis von Chance und Risiko in einem Gesamtportfolio.
Seit Ausbruch der Finanzkrise aber hagelt es Kritik. Markowitz habe ausgedient, unken Kritiker, weil sich in der Krise eben doch alles gleich entwickele nämlich rasend schnell nach unten. Der Leiter des US-Geschäfts einer deutschen Fondsgesellschaft erklärte die Portfoliotheorie Anfang März auf einem Kongress in Boston gar für "tot".
Die Messe indes ist noch nicht gelesen. Gewichtet man etwa die 30 Dax-Werte vierteljährlich anhand der Theorie von Markowitz und seinem Co-Autor William Sharpe so, dass die schwach mit dem Ursprungs-Dax korrelierten Aktien ein höheres Gewicht erhalten als im klassischen Index, sinkt nicht nur das Gesamtrisiko einer Dax-Anlage.
Der so gebildete Daxplus Maximum Sharpe Ratio hat nicht nur in Rückrechnungen, sondern auch in der Praxis exzellente Ergebnisse geliefert. Auf Sicht eines Jahres verlor er nur 21 Prozent, obwohl er sich strikt aus dem Universum der Dax-Titel zusammensetzt. Zum Vergleich: Der klassische Dax verlor in dieser Zeit 45 Prozent.
Somit hat dieser bislang nur als Zertifikat verbriefte Index der Deutschen Börse den Härtetest der Finanzkrise mit Bravour bestanden. Für die übrigen Strategieindizes im Mantel eines Indexfonds (Exchange-Traded Fund, ETF) fällt die Bilanz längst nicht so positiv aus.
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Quelle: Financial Times Deutschland;
Lagt ut 28.05.2009