FORSCHUNGSBEREICHE

Institut für Fachsprachen und Interkulturelle Kommunikation

Das besondere Umfeld, in dem Fremdsprachen am Institut gelehrt und angewandt werden (Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Organisation und Management, Rechtswissenschaft sowie andere angrenzende Bereiche), spiegelt sich deutlich in den Forschungsbereichen des Instituts.

Fachsprachen (FS)
Heute gilt anerkanntermaßen, dass Gegenstand der FS-Forschung nicht nur die Terminologie ist, sondern dass die FS-Forschung ihren Untersuchungsgegenstand ständig erweitert hat und Phänomene auch auf syntagmatischer Ebene (z.B. Phraseologie und Kohäsion) untersucht. Ihr Untersuchungsgegenstand sind vornehmlich Texte, die unter kommunikativem und funktionalem Gesichtspunkt untersucht werden, und zwar zunehmend anhand von maschinenlesbaren Textsammlungen (Korpora). Analysen von syntaktischen und semantischen Merkmalen auf Text- oder Satzebene zielen darauf ab, die spezifischen Merkmale zu beschreiben, mit denen das betreffende Fachwissen sprachlich repräsentiert und kommuniziert wird. Relevant für solche Forschungsansätze sind Methoden aus den Bereichen Syntax, Textlinguistik, Diskursanalyse und Pragmatik einschließlich einer Diskussion über allgemeine methodologische Fragestellungen.

Zusätzlich zu individuellen Projekten der einzelnen Lehrkräfte zielt das gemeinsam vom Institut getragene Projekt TERMINEC darauf ab, eine gemeinsame Datenbank als Text- und Termbank zu errichten, mit dem Ziel, in 30 Teilbereichen der Wirtschaftswissenschaften den FS-Gebrauch in wissenschaftlichen, didaktischen und populärwissenschaftlichen Textsorten genauer zu untersuchen. Die Hauptzielsetzung ist die Repräsentation, das Lernen und Lehren von NHH-relevantem Fachwissen anhand von authentischen Beispielen sowie deren Verbreitung (mittels des Internet) zu erleichtern ("Knowledgebase NHH"). Langfristig ist eine dynamische maschinenlesbare Sammlung von mindestens 30 Mio Wörtern in repräsentativen Beispielen geplant. Die geplante Implementierung sieht ein elektronisches Vernetzen mit einem besonderen elektronischen Lernsystem vor.

Begriffsorientere Terminologiearbeit/Terminographie
Die wichtigste Art, Fachwissen zu vermitteln und darüber zu kommunizieren, ist anhand von Basisbegriffen der jeweiligen Fachterminologie, die sowohl in angewandten als auch theoretischen Projekten studiert werden. Für die Teilbereiche Betriebs- und Volkswirtschaftslehre besteht ein Bedarf an zuverlässigen bilingualen oder multilingualen Terminologien aus dem Norwegischen gemäß anerkannten terminologischen Prinzipien. Mit viel Zeitaufwand und Arbeitseinsatz haben Mitarbeiter des Instituts Teilbereiche durch bilinguale Terminologiearbeiten erschlossen mit dem Ziel, terminologische und phraseologische Entsprechungen als Herzstück der fachsprachlichen Kommunikation einschließlich der Fachübersetzung festzuhalten. Hierfür ist eine Reihe bilingualer Spezialwörterbücher in den relevanten Bereichen veröffentlicht worden. Diese angewandten Studien haben auch die Grundlage für theoretische Forschungsarbeiten gebildet in den Bereichen Semantik, Morphologie, Benennungsgrundsätze, terminologische Theorie und Übersetzungstheorie. Forschungsarbeiten über die Probleme, begriffliche und lexikalische Äquivalenz festzustellen, stehen in dieser Hinsicht im Mittelpunkt.

Übersetzungsstudien
Die zunehmende Nachfrage nach Übersetzungen aufgrund der ständig weiter um sich greifenden Globalisierung in den meisten Fachgebieten hat dazu geführt, dass in den letzten Jahren Übersetzungen ein wichtiger Bereich linguistischer Forschungsarbeiten geworden sind. Am Institut für Fachsprachen und Interkulturelle Kommunikation sind Fachübersetzungen seit langem aus naheliegenden Gründen eine Schlüsseldisziplin. Studien über den Übersetzungsvorgang und die in der Fachkommunikation angewandten linguistischen Hilfsmittel umfassen zahlreiche Variablen; sie beinhalten alle Ebenen sprachlicher Analyse, einschließlich des Sprachsystems von sowohl Ausgangs- als auch Zielsprache ebenso wie pragmatische und soziokulturelle Implikationen ihres Gebrauchs in spezifischen Kontexten. Ein Bereich, in dem Theorie und Anwendung voneinander abhängen, ist computergestützte Übersetzung (computer-aided translation, CAT) verschiedener Art. Zur Zeit arbeiten Mitarbeiter des Instituts ausgehend von wichtigen betriebs- und volkswirtschaftlicher Textsorten an einem Projekt über die kombinierte Verwendung von CAT und Translation Memory Technik (TM) in Richtung machine-aided human translation (MAHT). 

Interkulturelle Kompetenz / Landeskunde
Als Ausbildungskonzept gilt heute allgemein die bewusst praktizierte Einbindung des Sprachlichen in den dazugehörigen soziokulturellen Kontext bzw. das Hinführen zur interkulturellen Kompetenz. Einige Mitarbeiter befassen sich in ihren Forschungsarbeiten mit dem wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Leben der betreffenden Sprachgemeinschaft.